Sichere Web-Konferenzen mit HCL Sametime 11.5

Das sind die New Features

HCL hat sich im vergangenen Jahr ja lange Zeit gelassen, Sametime 11.5 auszuliefern. Auf der HCL Digital Week Mitte November kam dann die Ankündigung und im Dezember konnten die Kunden Sametime 11.5 (nur Chat) oder Sametime Premium (Chat und Videokonferenzen) dann endlich beziehen.

Nach ein paar Wochen von einigen Tests und Installationen bei Kunden, hier nun unser Fazit. Vergleichen wollen wir aber nicht gegen die Mitbewerber, sondern gegen HCLs eigene Positionierung auf der Digital Week und den DNUG-Veranstaltungen. Diese fassen wir sinngemäß wie folgt zusammen: Sametime 11.5 ist intuitiv zu bedienen und bietet alles, was von einer modernen Videokonferenzlösung erwartet wird - und mehr. Der Schwerpunkt von Sametime Premium liegt auf der Einfachheit für die Benutzer sowie Kosteneinsparungen bei Installation, Betriebskosten und Lizenzen.

Wir haben ausführlich hingesehen, was Sametime 11.5 mit sich bringt.

Beginnen wir bei der Einfachheit in der Benutzung und den intuitiv zu bedienenden Funktionen.
Das beginnt damit, dass ein Benutzer ein Sametime Meeting einfach starten kann. Direkt im Browser. Kein Plugin oder Hilfstool muss installiert und auch keine Funktionalität nachgeladen werden. Das würde viele Benutzer in Nöte bringen, die keine Administrations- oder Download-Rechte auf ihren Arbeitsrechnern haben und ist sehr positiv zu bewerten. Bringt diese Neuerung Nachteile in den Funktionen mit sich? Die Funktionsliste liest sich so:

  • Video-Meetings mit einem Klick starten
  • Rollen als Moderator, Präsentator oder Teilnehmer
  • Gäste ohne Login möglich
  • Meetings mit Passwortschutz
  • Meetings für den weiteren Zutritt sperren
  • Stummschaltung der Teilnehmer
  • Eingehende Videobilder stoppen und Einstellen der Videoqualität
  • Hintergrund weichzeichnen
  • Melden / Hand heben
  • Einstellmöglichkeiten wie Vollbildschirm, Geräteeigenschaften, etc.
  • Mehrere Bildschirme gleichzeitig teilen
  • Broadcast-Nachrichten an alle Teilnehmer
  • Persistenter Meeting Chat
  • Live Streaming
  • Übertragen von Youtube Videos mit Ton
  • Aufzeichnen von Meetings in MP4
  • Zugriff aus dem Notes Client für den Chat, Browser und mobile Apps für Chat und Web Meeting.
  • Konfiguration mobiler Geräte per QR Code
Ansicht des Chatfensters, Quelle: HCL
Menü-Ansicht, Quelle: HCL
Ansicht des Chatfensters, Quelle: HCLMenü-Ansicht, Quelle: HCL

Prinzipiell ist alles drin, was der Anwender für ein Web Meeting benötigt und die Oberflächen sind in der Tat intuitiv, funktionell und aufgeräumt. Sehr gut gemacht sind die Teilnehmer- und Moderatorenansichten. Der Benutzer hat den geteilten Inhalt, die Videobilder, die Teilnehmerliste zum Überblick, wer sich zum Beispiel "gemeldet" hat sowie den Chat immer im Blick.

Geteilte Bildschirme bei Gruppen-Meetings, Quelle: HCL

Sehr charmant gibt sich die Funktion "mehrere Bildschirme gleichzeitig teilen". In einem Web Meeting mit mehreren aktiven Präsentatoren geht das Umschalten zwischen den Inhalten viel schneller und einfacher. Das Gefummel wer jetzt dran ist und den richtigen Knopf gerade nicht findet, fällt weg.

Übersicht nach einem Meeting, Quelle: HCL

Benutzer können auf ihrem persönlichen Dashboard neue Räume anlegen oder einen Meetingraum auf Dauer betreiben und mit einer festen URL versehen. Bei wiederkehrenden Meetings oder für die Kalendereinladungen ist das eine Erleichterung. Allerdings sollte der Anwender das Meeting dann mit einem wechselnden Passwort versehen, ansonsten haben alle ehemaligen Teilnehmer ja die Zugriffsinformation. Zudem haben alle Benutzer einen privaten Raum für die "Click to Meet"-Funktion. Dieser hat standardmäßig einen kryptischen Namen, den der Anwender in einen lesbaren Namen ändern sollte. Denn im Chat Client werden alle Meeting Chats aufbewahrt, um Konversationen, Anhänge oder Aufzeichnungen nachträglich abrufen oder auch forstsetzen zu können. Die kryptischen Namen kann sich aber kaum ein Nutzer merken, um dann den richtigen Chat schnell finden zu können. Trotzdem auch hier gilt, die Funktionen sind intuitiv und nützlich.

Bisherige Sametime-Benutzer werden die Integration in den Kalender vermissen - der Anwender muss seine URL schon selbst in die Kalendereinladungen aus dem Notes Client hinzufügen und ebenso fehlt der Voice/Video Chat. Dafür muss der Anwender sein Web Meeting nutzen. Bildschirmaufnahmen, Bilder senden oder Dateien übertragen gibt es nur mit der Premium Variante. Auch persistente Meetings gibt es nicht mehr - nur die Chats sind von Dauer.
 
Ausprobieren können Sie Sametime Premium in der HCL Sandbox oder über eine Sametime Trial Version über edcom.

Teil 2 des Versprechens beziehen sich auf Installation und Betrieb.
Die Installation des Meeting Servers selbst basiert auf Docker (für kleinere Umgebungen und ohne automatische Skalierung) oder Kubernetes (mit automatischer Skalierung). Der Proxy Server basiert jetzt auf Tomcat anstelle wie bisher Websphere, und der Community Server nimmt Bezug wie gehabt auf Domino. Dazu kommt noch die Mongo DB, die wir in einem vorherigen Artikel ja bereits beschrieben haben. Insgesamt ist dieses Release viel schlanker und schneller aufzusetzen und zu administrieren als bisherige Sametime Versionen.
 

Installation von Sametime 11.5, Quelle: HCL
Installation von Sametime 11.5, Quelle: HCL

Unter dem Meeting Server steckt das recht bekannte Open Source "Jitsi Meet". HCL treibt das Projekt jetzt aktiv mit vorwärts, aber hat Sametime auch eigene Fähigkeiten verliehen, die in Jitsi nicht enthalten sind. Beispielsweise kennt Jitsi an sich keine authentifizierten Benutzer. Sametime Premium nutzt dazu die Authentifizierung im Community Server und alle Daten zwischen Community- und Meeting Server werden gemeinsam in der Mongo DB verwaltet. Von Chat-Verläufen über Meetingräume bis hin zu den Benutzerdaten.

Alles in allem hat HCL seine Ankündigung wahr gemacht: Sametime ist eine solide Lösung für moderne Web Meetings, wenn auch bisher noch nicht mehr, wie in der ursprünglichen Aussage. Je nach Einsatzszenario können sich aber deutliche Kostenvorteile ergeben und der Kunde hat die Möglichkeit einer on premise oder private Cloud Installation. Zudem soll es ja weitergehen mit neuen Funktionen und wir sind gespannt darauf und helfen natürlich gerne bei einer ausführlichen Evaluierung oder Teststellung.

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Anneliese Wasserer-Foerg
Geschäftsführerinedcom Software & Consulting GmbHKontakt
Wolfgang Meixner
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